Die Umweltprämie, ist umgangssprachlich eher als Abwrackprämie bekannt. Die staatliche Prämie von 2.500 Euro wurde in Deutschland gezahlt, wenn alte Kraftfahrzeuge verschrottet und dafür Neu- oder Jahreswagen zugelassen wurden. Im Jahr 2009 wurde die Prämie im Zusammenhang mit dem Konjunkturpakets II eingeführt. Finanziert wurde sie mit Hilfe des Investitions- und Tilgungsfonds finanziert, der zum Sondervermögen des Bundes gehört. Nachdem die finanziellen Mittel erschöpft waren, wurden vom 2. September 2009 an keine Anträge mehr angenommen.
Der Begriff Abwrackprämie wurde durch die Gesellschaft für deutsche Sprache als Wort des Jahres gewählt. Verschrottungsprämien für Kraftfahrzeuge wurden auch von anderen Ländern eingeführt.
Ziel der Umweltprämie sollte einerseits eine Förderung der Nachfrage nach Kraftfahrzeugen sein, um der Automobilindustrie zu helfen. Andererseits sollte die Prämie zu einer Erneuerung der Fahrzeugflotte führen, um so die Schadstoffbelastung der Luft zu reduzieren. Die Ergebnisse der Umweltprämie im Hinblick auf beide Ziele sind allerdings strittig.
Die Auszahlung der Prämie erfolgte nach Antragstellung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, sie war an die Erfüllung mehrerer Voraussetzungen gekoppelt:
Als Antragsteller durften nur Privatpersonen auftreten. Der betreffende PKW musste mindestens neun Jahre alt sein. Die Verschrottung musste gemäß Altfahrzeugverordnung zwischen dem 14.01.2009 und dem 30.06.2010 erfolgen. Antragsberechtigt war nur, wer mindestens ein Jahr als Halter eingetragen war. Der Zeitrahmen für die Anschaffung eines Neu- bzw. Jahreswagens lag zwischen dem 14.01.2009 und dem 31.12.2009. Letzter Termin für die Neuzulassung ist der 30.06.2010. Die neu erworben Fahrzeuge müssen mindestens die Abgasnorm Euro 4 erfüllen. Für die Zahlung der Prämie wurde insgesamt ein Finanzvolumen von 5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.
Auf der Homepage des BAFA wurde an jedem Arbeitstag bekanntgegeben, wie viele Anträge bis zum davorliegenden Arbeitstag eingereicht wurden. Wöchentlich wurden zunächst im Durchschnitt ca. 40.000 Antrage eingereicht, die Zahl stieg mit dem Start des Reservierungsverfahrens deutlich an.
Durch die Umweltprämie sollte eine Reduzierung der Schadstoffbelastung in der Luft erreicht werden, da die neu erworbenen PKW umweltverträglicher sein sollten als die entsorgten.
Über den ökologischen Nutzen dieser Prämie wird jedoch gestritten.
Schon seit Beginn des Programms bestanden Zweifel über den ökologischen Nutzen der Umweltprämie. Zu den Kritikpunkten gehört, dass die Herstellung, die Teil der Ökobilanz ist, einen erheblichen Anteil aller Emissionen eines Autos verursacht und einen Großteil des gesamten Primärenergiebedarfs benötigt. Eine vorzeitige Entsorgung, die ohne Berücksichtigung des technischen Zustandes durchgeführt wird, kann somit unökologisch sein. Die heutigen PKW sind stärker motorisiert und schwerer gebaut als die Altfahrzeuge der gleichen Kategorie.